Interview mit feuermauer.org

“Der Gedenkdienst ist eine besondere Gelegenheit persoenlich zu wachsen”

“Der Gedenkdienst ist eine besondere Gelegenheit persönlich zu wachsen”

Immer mehr junge Menschen entscheiden sich für ein Jahr im Ausland im Rahmen des österreichischen “Gedenkdienstes“- Männern wird der Einsatz als Zivildienstersatz finanziert, Frauen erhalten keine staatliche Förderung. Die Gedenkdienstleistenden betreuen während ihres einjährigen Dienstes Jugendliche, pflegen alte Menschen oder arbeiten in Archiven und Museen.

Die 24-jährige Studentin Melanie Pfeffer ist seit zwei Monaten im Floria Holocaust Museum im Gedenkdiensteinsatz. Im Feuermauer-Interview erzählt sie was der Gedenkdienst eigentlich ist, warum sie sich freiwillig dafür gemeldet hat und was ihre Aufgaben vor Ort sind.

Was ist der “Gedenkdienst” eigentlich? Wo kann man sich dafür anmelden?

Der Gedenkdienst befasst sich in erster Linie mit den Opfern des Nationalsozialismus. Gedenkdiener arbeiten an Holocaustgedenkstätten, Museen und Forschungseinrichtungen – und das weltweit. Interessierte füllen das Online Formular auf der Website aus.

Warum hast du dich dafür gemeldet?

Als Studentin der transkulturellen Kommunikation und Politikwissenschaft möchte ich als kulturelle Mediatorin agieren. In einer Zeit in der Globalisierung im Vordergrund steht und in Menschen mit verschiedensten ethnischen, religiösen oder geschichtlichen Hintergründen aufeinandertreffen, ist es besonders wichtig Aufklärungsarbeit zu leisten. Der Gedenkdienst und meine persönliche Einsatzstelle, das Florida Holocaust Museum ermöglichen mir über Gräueltaten die in unserer Weltgeschichte passiert sind aufzuklären und zu unterrichten.

Wie lange wirst du im Einsatz sein?

Da ich als Freiwillige im Einsatz bin werde ich von Anfang September 2012 bis Ende Februar 2013 am Florida Holocaust Museum im Dienst sein. Mein Einsatz endet für mich jedoch nicht mit meiner Heimreise nach Wien. Ich hoffe den Gedenkdienst auch noch in Zukunft kräftig unterstützen zu können.

Meine Arbeit hier erstreckt sich über ein großes Aufgabengebiet. Am Florida Holocaust Museum nehme ich an regelmäßigen Schulungen über neue Ausstellungen und neue Lehrmethoden teil und bin auch sonst voll in das Museumleben eingebunden.

Zuallererst bin ich das Verbindungsglied zwischen Gedenkdienst und Florida Holocaust Museum.

Die Aufgaben im Museum erstrecken sich über Beratung, geschichtliche Recherche und Übersetzungen von Dokumenten aus dem 2. Weltkrieg, Unterstützung der Dozenten bei Museumstouren, Planung und Umsetzung von diversen Events, Event Fotografie und Fotografie von Ausstellungen und Design.

Besonders bereichernd ist die Mitarbeit am Leadership Council, eine freiwillige Gruppe von einflussreichen Personen aus der Gemeinde welche das strategische Soundingboard der Vorstandsmitglieder darstellt. In der Arbeitsgruppe „Technology Planning“ sammeln wir Ideen für die Zukunft des Museums in der digitalen Welt.

Des Weiteren kümmere ich mich um ein von mir initiiertes Projekt: Die Zusammenarbeit mit der United Nations Association Tampa Bay Chapter.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Abgesehen von der morgendlichen „E-Mail-Lesen-Routine“ gibt es keine Routine. Jeder Tag im Museum bringt etwas Neues.

Welche Tipps würdest du jemanden geben, der kurz davor steht einen “Gedenkdienst” zu absolvieren?

Der Gedenkdienst ist eine besondere Gelegenheit persönlich zu wachsen. Mein Tipp ist sich immer ein Ziel vor Augen zu halten. Man sollte sich die Frage stellen was man während des Gedenkdienstes an der jeweiligen Einsatzstelle erreichen will.

Wie sind die Reaktionen der Besucher auf deine Tätigkeit?

Die Reaktionen der Besucher sind durchwegs positiv und die Wertschätzung der Gedenkdiener im Florida Holocaust Museum ist sehr groß. Die Besucher sehen mich als eine Repräsentantin für Österreich und wie Österreich die Vergangenheit aufarbeitet.

Um das originale Interview auf feuermauer.org zu sehen bitte hier klicken.
 
 
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